Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space: Nach erfolgreichem Start wird Sentinel-2A seine farbige Sicht der Erde zeigen

- Von Airbus Defence and Space gebauter Satellit bringt durch das Multispektral-Instrument mit einzigartiger Bildqualität Farbe ins Copernicus-Programm
- Laserbasierte Datenübertragung über neue Weltraum-Datenautobahn „SpaceDataHighway“

Sentinel-2A ist der erste optische Erdbeobachtungssatellit des europäischen Copernicus-Programms. Am Dienstag, 23. Juni, um 03.51:58 Uhr MESZ (22. Juni um 22.51:58 Uhr Ortszeit) hob eine Vega-Trägerrakete mit dem unter der industriellen Führung von Airbus Defence and Space für die europäische Weltraumorganisation ESA entwickelten und gebauten Satelliten vom Raumflughafen Kourou in Französisch-Guyana ab. Nach etwas mehr als einer Stunde war das zur Energieversorgung notwendige Solarpanel ausgefahren und Sentinel-2A meldete sich erfolgreich „zur Arbeit.“ Der 1,1 Tonnen schwere Satellit soll mindestens 7 Jahre und 3 Monaten auf einer rund 780 Kilometer Höhe polumlaufenden Bahn operieren.

„Die herausragende Leistungsfähigkeit des Multispektralinstruments und schnelle Daten-Übertragung von Sentinel-2 steht nach dem erfolgreiche Start bald zur Verfügung und bedeutet einen riesigen Fortschritt in der satellitengestützten Erd- und Umweltbeobachtung“, sagte Francois Auque, Leiter Space Systems bei Airbus Defence and Space.

Die Mission von Sentinel-2A wird Informationen für die Landwirtschaft liefern und somit einen Beitrag zum Management der Nahrungsmittelsicherheit leisten. Zudem wird sie die Kartierung des jeweiligen Zustandes und der Veränderung der Landoberfläche und die Überwachung der globalen Waldflächen ermöglichen. Auch Informationen über die Verschmutzung von Seen und Küstengewässern werden mit dieser Mission zur Verfügung stehen. Aufnahmen von Überschwemmungen, Vulkanausbrüchen und Erdrutschen werden zur Erstellung von Katastrophenkarten beitragen und humanitäre Hilfsaktionen erleichtern.

Die Mission beruht auf einer Konstellation aus zwei baugleichen Satelliten, Sentinel-2A und Sentinel-2B. Sentinel-2B wird 2016 gestartet und, durch 180° getrennt, in dieselbe Umlaufbahn eingebracht werden. Alle fünf Tage werden beide Satelliten alle Landoberflächen, großen Inseln sowie Binnen- und Küstengewässer zwischen 56° südlicher und 84° nördlicher Breite abdecken, wodurch der globale Erfassungsbereich und die Übermittlung von Daten für zahlreiche Anwendungen optimiert wird. Sentinel-2B befindet sich bereits im Reinraum bei Airbus Defence and Space und wird 2016 zum Start bereit sein.

Das mit 13 Spektralkanälen vom sichtbaren bis zum Infrarotbereich arbeitende Aufnahmeinstrument liefert hochaufgelöste Multispektralbilder der Erdoberfläche mit einer Auflösung von bis zu zehn Metern bei einer Bildbreite von 290 Kilometern. Diese sehr große Abtastbreite führt zu einer hohen Abdeckung bei gleichzeitig hoher Detailschärfe des modernen Instruments, wie es sie bislang nicht gibt.

Sentinel-2 ist auch in der Lage, ein anderes ESA-Programm, das europäische Datenrelaissatellitensystem (EDRS), zu nutzen. Im Rahmen von EDRS wird ein Netz aus geostationären Laserkommunikationsnutzlasten für die stete Übermittlung von Satellitendaten in der erdnahen Umlaufbahn und eine beispiellos schnelle und sichere Weitergabe der Sentinel-Erdbeobachtungsdaten über die Weltraum-Datenautobahn „SpaceDataHighway“ ermöglichen. Es wird eine zeitnahe Verfügbarkeit von Daten sicherstellen, insbesondere für zeitkritische Anwendung etwa im Bereich der Umweltbeobachtung, Katastrophen und Sicherheits-Missionen.

Durch die Erstellung von Farbaufnahmen für Copernicus ist Sentinel-2A eine perfekte Ergänzung zu den Radaraufnahmen des am 3. April 2014 gestarteten ersten Sentinel-Satelliten, Sentinel-1A, die dieser rund um die Uhr und bei jedem Wetter liefert. Sentinel-1A trägt ein von Airbus Defence and Space gebautes C-Band Radarinstrument.

Die Sentinel-2-Mission wird in enger Zusammenarbeit zwischen der ESA, der Europäischen Kommission, der Industrie, Dienstleistern und Datennutzern verwirklicht. An der Entwicklung des Projekts sind rund 60 Unternehmen unter der Federführung von Airbus Defence and Space in Deutschland für die Satelliten und Airbus Defence and Space in Frankreich für die multispektralen Instrumente beteiligt. Airbus Defence and Space in Spanien ist für die mechanische Satellitenstruktur verantwortlich.

 

Über Copernicus

Copernicus, das bislang ehrgeizigste Erdbeobachtungsprogramm, soll präzise, zuverlässige und leicht zugängliche Informationen liefern, die dazu dienen, die Umweltbeobachtung zu verbessern, die Auswirkungen des Klimawandels zu verstehen und zu mindern und die zivile Sicherheit zu gewährleisten. Copernicus ist die neue Bezeichnung für das Programm für globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung, das bisher als GMES (Global Monitoring for Environment and Security) bekannt war. Die Initiative der Europäischen Kommission wird in Partnerschaft mit der ESA durchgeführt. Die ESA betreibt die Satelliten in Zusammenarbeit mit Eumetsat und koordiniert die Bereitstellung der Daten von über 30 Satelliten. Die Europäische Kommission ist im Auftrag der Europäischen Union für das Gesamtprogramm, die Festlegung von Anforderungen und das Management der Dienste zuständig.

 

Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space ist eine Division des Airbus-Konzerns, die aus der Zusammenlegung der Geschäftsaktivitäten von Cassidian, Astrium und Airbus Military entstanden ist. Die neue Division ist das führende Verteidigungs- und Raumfahrtunternehmen Europas, das zweitgrößte Raumfahrtunternehmen der Welt und unter den zehn größten Verteidigungsunternehmen weltweit. Sie erzielt mit mehr als 38.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 13 Mrd. €.

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