Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space: Perfektes Rendezvous im All von ATV "Johannes Kepler"

• Der von Airbus Defence and Space gebaute „Johannes Kepler“ ist vollautomatisch an die ISS angedockt nach einer Reise mit mehr als 4 Millionen Kilometer durchs Weltall in einer Woche
• ATV-2 wird als vollständig bewohnbares ISS-Modul genutzt
• ATV-2 ist der derzeit fortschrittlichste Raumfahrtroboter der Welt

Toulouse/Bremen, 24. Februar 2011 – "Johannes Kepler", der zweite von Airbus Defence and Space für die Europäische Weltraumorganisation ESA gebaute unbemannte Raumtransporter ATV (Automated Transfer Vehicle), hat nach einem knapp einwöchigen, 4 Millionen Kilometer langen Flug mit einem perfekten Manöver an die Internationale Raumstation (ISS) vollautomatisch angedockt. Um 16.59 Uhr CET ist das Versorgungsraumschiff mit der ISS verbunden worden und kann jetzt seine zentrale Rolle bei der Versorgung und Bahnkorrektur der ISS erfüllen. Dabei wird das angedockte ATV als vollständig bewohnbares ISS-Modul genutzt.

„Das ist ein großer Tag für Airbus Defence and Space, denn wir sind Hauptauftragnehmer für die hochkomplexe Nutzlast ATV. Mit seiner Fähigkeit, vollautomatisch bei 28.000 km/h an die ISS anzudocken, ist ATV der derzeit kompletteste und intelligenteste Raumfahrtroboter“, sagte Dr. Michael Menking, Leiter Orbitale Systeme und Exploration bei Airbus Defence and Space. „Das anspruchsvolle Raumfahrzeug, das Oberstufe, Satellit und Raumstationsmodul zugleich ist, bietet eine hervorragende Ausgangsposition und großes Innovations-Potenzial für kommende robotische und bemannte Explorationsmissionen.“

Das ATV-2 transportiert auf seiner Mission insgesamt mehr als sieben Tonnen Nettofracht zur ISS, davon 850 Kilogramm Treibstoff zum Auftanken der Station, 100 Kilogramm Gase und mehr als 1,6 Tonnen Fracht und Vorräte. ATV-2 „Johannes Kepler“ bringt zudem Kleidung für die Astronauten, das für die ESA von Airbus Defence and Space gebaute wissenschaftliche Experiment Geoflow II sowie verschiedene Ausrüstungen für Wartungsarbeiten und den Betrieb zur ISS. Zur Ladung gehören auch 4,5 Tonnen Kraftstoff für die Re-boost-Manöver zum Anheben der ISS auf rund 400 Kilometern Höhe.

"ATV ist der Beweis, welche technologisch anspruchsvollen Raumfahrtsysteme Airbus Defence and Space als wirklich europäisches Unternehmen liefern kann. Unsere Teams in Deutschland und Frankreich haben perfekt zusammengearbeitet, unterstützt von vielen exzellenten Zulieferern in ganz Europa. Das perfekte vollautomatische Andocken als Höhepunkt der Mission macht uns sehr stolz. Wir danken den Europäischen Regierungen, der ESA und den nationalen Raumfahrt-Agenturen für ihre Unterstützung und ihr Vertrauen in Airbus Defence and Space.", sagte Alain Charmeau, CEO von Airbus Defence and Space anlässlich des geglückten Andockmanövers.

Nach rund dreieinhalb Monaten wird “Johannes Kepler“ zum Abschluss seiner Mission mit Abfällen beladen, von der Station abgetrennt und katapultiert sich aus deren Umlaufbahn heraus. Anschließend verglüht es beim kontrollierten Wiedereintritt in den dichten Schichten der Erdatmosphäre.

 

Das Andocken an die ISS

Nachdem das erste ATV "Jules Verne" in 2008 den Beweis für außergewöhnliche Präzision erbracht hat, musste "Johannes Kepler" keine Flug-Demonstrationstests mehr durchlaufen. So verkürzte sich die etappenweise Annäherung des ATV-2 an die ISS im Freiflug und demzufolge auch die Flugdauer zur Internationalen Raumstation auf nur eine Woche.

„Johannes Kepler“ dockte am russischen Servicemodul „Zvezda“ an. Die Sicherheit von Besatzung und Station hat beim automatischen Andocken an die ISS absolute Priorität. Die Bordsysteme des ATV stehen im Flug unter ständiger Überwachung durch das ISS-Bodenkontrollzentren. Das von Airbus Defence and Space entwickelte intelligente autonome Sicherheitssystem des ATV gewährleistet, dass der Raumtransporter beim kleinsten Fehlverhalten des Systems automatisch in seine vorherige Position zurückfährt und in gemessenem Abstand zur ISS verharrt, bis eine Systemprüfung durchgeführt wurde und ein neuer Annäherungsversuch starten kann.

Die Docking-Phase des Raumtransporters hat in rund 30 Kilometer Entfernung von der ISS begonnen. In einer Entfernung von 250 Metern wurde das Navigationssystem auf den so genannten Guidance, Navigation and Control Mode (GNC) umgeschaltet. Die Navigation geschah dann mit optischen Sensoren. Zwischen der ISS und dem ATV bestand dann eine Funkverbindung. Zusätzlich könnten die Astronauten an Bord der Station den Dockingvorgang per Videoübertragung mitverfolgen. Nach der Freigabe durch die Bodenkontrollstationen näherte sich das ATV der ISS bis auf zwölf Meter an und bewegte sich ab diesem Punkt mit einer relativen Geschwindigkeit von höchstens zehn Zentimetern pro Sekunde auf den Docking-Adapter der ISS zu. Die ausgefahrene Andocksonde des ATV mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern muss dabei in einen Trichter von 90 Zentimetern Durchmesser am russischen Zvezda-Modul bugsiert werden.

Das ATV-2 bildete eine Verlängerung der Längsachse der ISS. Alle elektrischen und mechanischen Anschlüsse sowie die Flüssigkeitsleitungen zwischen ISS und Raumtransporter sind automatisch verbunden worden. Der Integrated Cargo Carrier wurde über eine Ladeluke von 72 Zentimetern Durchmesser mit dem russischen Servicemodul verbunden – und das europäische Transportfahrzeug ist ein integrierter Bestandteil der ISS geworden.

 

Die Footage steht als Download unter folgendem Link zur Verfügung: http://www.space-airbusds.com/de/medienbibliothek/atv-2-johannes-kepler-videos.html

Auf einer Internet-Sonderseite finden Sie weitere Artikel, Interviews und Videos über "Johannes Kepler"

http://www.space-airbusds.com/de/dossiers/atv-2-johannes-kepler.html  


 

Über Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der AIRBUS Group, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2009 erreichte Airbus Defence and Space einen Umsatz von 4,8 Milliarden Euro und beschäftigte über 15.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Airbus Defence and Space für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Airbus Defence and Space für Satelliten und Bodensegmente sowie Airbus Defence and Space für integrierte Lösungen mit starkem Mehrwert für Satellitenkommunikation und kommerzielle Sicherheitsnetzwerke, Equipment für Hochsicherheits-Satellitenkommunikation und maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen für Navigation und Geo-Informationen für die ganze Welt.

AIRBUS Group ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im  Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen mit einem Umsatz von € 42,8 Mrd. im Jahr 2009 und über 119.000 Mitarbeitern. Zu AIRBUS Group gehören Airbus, Airbus Defence and Space, Cassidian und Eurocopter.

 

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