Airbus Defence and Space

Sicherheit und Verteidigung Pressemitteilungen

Airbus Defence and Space wird ersten Kommunikationssatelliten für die Bundeswehr starten

  • Start des ersten Satelliten im September von Kourou
  • Nach dem Start des zweiten Satelliten volle Einsatzbereitschaft des gesamten Systems bis Ende 2010

 

 Ottobrunn, 23. September 2009  – Airbus Defence and Space wird den ersten Kommunikations­satelliten für die Bundeswehr starten. Der Satellit ist bereits nach Kourou in Französisch-Guayana ausgeliefert und soll Ende des Monats auf einer Ariane 5 Trägerakete in die Umlaufbahn gebracht werden.

 

Im Rahmen des militärischen Satellitenkommunikations­programms SATCOMBw Stufe 2 erwirbt die Bundeswehr erstmals eigene militärische Kommunikationssatelliten und schafft damit Voraussetzungen für eine sichere Vernetzung für Kräftekontingente in Einsätzen außerhalb Deutschlands. Dies umfasst die autarke und globale Übertragung von Sprache und Daten sowie Video- und Multimedia-Anwendungen. Das System soll bis Ende 2010 den Regelbetrieb aufnehmen und bildet einen wichtigen Schritt zur Umsetzung des Bundeswehrkonzepts vernetzte Operationsführung. Eine flexible und von der Infrastruktur im Einsatzgebiet unabhängige Informationsübertragung ist nur mittels Satellitenkommunikation möglich. Der Start eines baugleichen zweiten Satelliten ist für Anfang 2010 geplant.

Airbus Defence and Space ist für das so genannte Raumsegment verantwortlich und wird die Satelliten im Orbit bereitstellen. Thales Alenia Space entwarf, fertigte, integrierte, testete und lieferte den Satelliten an Airbus Defence and Space; das deutsche Airbus Defence and Space-Tochterunternehmen TESAT baute wesentliche Teile der Nutzlast des Satelliten. Der erste etwa 2,4 Tonnen schwere Satellit wurde Ende August nach Kourou transportiert, nachdem er zuvor in speziellen Testanlagen seine Weltraumtauglichkeit unter Beweis gestellt hat. Arianespace beabsichtigt, den Satelliten mit einer Ariane 5 vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana Ende September zu starten.

 
Der Vertrag für das Satellitenkommunikationsprogramm hat eine Laufzeit von zehn Jahren mit einer Verlängerungsoption für weitere siebeneinhalb Jahre und wurde im Juli 2006 unterschrieben. Auftraggeber ist das Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr (IT-AmtBw). Auftragnehmer ist die Projektgesellschaft MilSat Services GmbH (MSS), welche Airbus Defence and Space und der Friedrichshafener Satellitennetzspezialist ND SatCom Defence (NDD) eigens für das Programm gegründet haben. Airbus Defence and Space hält dabei 74,9 Prozent der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen, ND SatCom Defence hält 25,1 Prozent. Wichtige Unterauftragnehmer von MSS sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der Satellitenbetreiber Intelsat.

 
Der Auftrag SATCOMBw Stufe 2 umfasst die Bereitstellung von zwei Kommunikationssatelliten für militärische Frequenzbänder in der Erdumlauf­bahn und deren Betrieb durch DLR-Kontrollzentren, die Lieferung von Bodenstationen zur Datenübertragung für die Bundeswehr sowie die Leistungssteigerung des bei der Bundeswehr bereits vorhandenen Führungs- und Kontrollsegments. Zur Ergänzung stellt MSS der Bundeswehr außerdem kommerzielle Übertragungskapazitäten über die Satelliten von Intelsat zur Verfügung.

 

Die beiden Nachrichtensatelliten werden so in der geostationären Umlaufbahn positioniert, dass ihre Antennen ein Gebiet mit Kommunikationsdiensten versorgen können, welches sich von Amerika bis nach Ostasien erstreckt. Die Satelliten sind für eine Betriebszeit von 15 Jahren ausgelegt. Den Betrieb der beiden Satelliten wird das DLR unter Einbeziehung mehrerer Standorte übernehmen.

 
ND SatCom Defence, eine 100-prozentige Tochter von SES-Astra, übernimmt den Bau der Nutzerterminals, den Ausbau der Bodenstationen in Deutschland sowie den Aufbau einer neuen zentralen Netzsteuerungs- und Überwachungseinrichtung. Als Spezialist für militärische Satellitenkommunikationslösungen hat NDD in den vergangenen Jahren wichtige kommerzielle und militärische Projekte erfolgreich umgesetzt - nicht zuletzt SATCOMBw Stufe 1.

 

Die Bundeswehr erhält zwei verschiedene Arten von Nutzerstationen: Erstens größere, Nato-kompatible, robuste Sende- und Empfangsstationen. Diese Stationen dienen im Einsatzgebiet in Knotenpunkten zur Vermaschung  lokaler mobiler Datennetze und deren Anbindung an das Heimatland. Damit werden Telefongespräche via Satellit ebenso wie Intranetzugang, Datenaustausch und Videokonferenzen ermöglicht. Die zweite Art von Terminals ist kleiner, leicht transportabel und ermöglicht die gleichzeitige Übertragung von Breitband-Diensten an mehrere Nutzer.

Airbus Defence and Space ist Europas führender Anbieter ziviler und militärischer Kommunikationssatelliten und war bereits verantwortlich für den Bau der britischen Militärsatelliten Skynet 5 sowie für die Nato-4-Satelliten.

 

Über Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der AIRBUS Group, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2008 erreichte Airbus Defence and Space einen Umsatz von 4,3 Milliarden € und beschäftigte mehr als 15.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Airbus Defence and Space für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Airbus Defence and Space Satellites  für Satelliten und Bodensegmente sowie Airbus Defence and Space Services für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.

AIRBUS Group ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2008 lag der Umsatz bei rund 43,3 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 118.000.

 

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