Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space und die ESA arbeiten am Trägersystem der Zukunft

 

Paris, 7. Juli 2010 – Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat Airbus Defence and Space mit der Initiativ-Studien für die Entwicklung einer europäischen Trägerrakete der nächsten Generation (NGL: Next Generation of Launcher) für künftige Satelliten-Starts beauftragt.

 

Der Auftrag im Wert von 8,5 Millionen Euro hat eine Laufzeit von 15 Monaten und Airbus Defence and Space wird zusätzlich 1,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln in das Projekt einbringen. „In diesem Projekt wird Airbus Defence and Space richtungsweisende Ansätze für Europas kommende Generation von Trägerraketen untersuchen und dabei Unternehmen aus neun bereits am Ariane-Projekt beteiligten europäischen Ländern einbeziehen.“, erklärte Alain Charmeau, CEO von Airbus Defence and Space bei der Vertragsunterzeichnung.

 

Das NGL-Projekt ist Bestandteil des ESA-Programms Future Launchers Preparatory Programm, (FLPP). Das Hauptziel des Programms ist die Vorbereitung eines Vorschlags für die ESA-Ministerkonferenz bei dessen nächster Tagung. Dieser Vorschlag kombiniert alle technischen und organisatorischen Elemente des Programmes. 

 

Airbus Defence and Space konstruiert, entwickelt und produziert die Ariane-Trägerraketen,“ sagte Alain Charmeau. „Entsprechend möchten unsere Mitarbeiter ihr Know-how auch für ein mögliches europäisches Trägersystem von morgen einbringen. Manche von ihnen werden ihr ganzes Berufsleben lang mit diesem neuen Projekt befasst sein. Einen neuen Träger zu bauen, bedeutet, neue Zukunftstechnologien zu erarbeiten und zugleich die Entwicklungs- und Betriebskosten unter Kontrolle zu halten – eine unvergleichlich spannende, erfüllende Aufgabe.“

 

Europa braucht ein neues Trägersystem vor allem, um sich einen ständigen und unabhängigen Zugang zum Weltraum auch nach dem Jahr 2025 zu sichern für institutionelle Missionen, die das Leitstunsspektrum von 3 Tonnen Nutzlast in den geostationären Orbit (einschließlich Vier-Tonnen-Nutzlasten in heliosynchrone Umlaufbahnen (sun-synchronous orbit, SSO)) bis 8 Tonnen Nutzlast abdecken. Die Entwicklung des „new generation“-Trägers NGL wird an die Entwicklung der „Ariane 5 ME“ (Midlife Evolution) angepasst. Die Ariane 5 ME ist, eine neue Version der Ariane 5, deren Entwicklung auf der ESA-Ministerkonferenz 2008 beschlossen wurde. Die Ariane 5 ME ist die unerlässliche Lösung für den mittelfristigen Bedarf institutioneller und kommerzieller Kunden an Startkapazitäten für schwere Nutzlasten (insgesamt mehr als elf Tonnen in geostationäre Umlaufbahnen).

 

Die ESA und Airbus Defence and Space wollen sich der NGL-Studie auf die Faktoren konzentrieren, welche die Wettbewerbsfähigkeit bis zum Jahr 2025 verbessern. Im Vordergrund stehen Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Kostenminimierung, hauptsächlich bei den Betriebskosten. Im Fokus der Untersuchung stehen modulare Konzepte für den Bedarf im mittleren Leistungsbereich.

 

Das Projekt ist in drei Schwerpunkte unterteilt: die Spezifizierung des neuen Trägersystems, die Ermittlung der notwendigen technischen Innovationen und die Aufstellung der Kosten.

 

- Nach Abschluss der ersten Projektphase in den Jahren 2007 und 2008 wurden folgende Konzeptstudien zu möglichen Träger-Architekturen vorgemerkt:

  • HH – ein zweistufiger Träger mit kryotechnischem Antrieb, dessen Haupt- und Oberstufe Flüssigsauerstoff und Flüssigwasserstoff als Treibstoffe nutzen. Das extrem schubstarke Haupttriebwerk (High Thrust Engine, HTE) wird entweder auf der gleichen Gasgenerator-Technik beruhen wie das Vulcain-II-Triebwerk oder auf der leistungsfähigeren, in Europa noch nicht angewendeten Technik der gestuften Verbrennung;

  • CH – ein zweistufiger Träger mit Methan-/Flüssigsauerstoff- Hauptstufenantrieb und kryotechnisch angetriebener Oberstufe;

  • PPH – ein dreistufiger Träger mit Feststoffantrieb für Hauptstufe und zweite Stufe und kryotechnisch angetriebener Oberstufe;

  • Der kryotechnische Oberstufenantrieb wird vom Raketentriebwerk VINCI abgeleitet, dessen Entwicklung gegenwärtig im Programm Ariane 5 ME läuft.

  • Für die geforderte Modularität sorgen zusätzliche Feststoffbooster.

- Technische Innovationen werden in allen Bereichen (Antrieb, Werkstoffe, Strukturen, Avionik, Pyrotechnik usw.) identifiziert. Diese Neuerungen werden nicht nur nach ihrem Leistungspotenzial beurteilt werden müssen, sondern auch und vor allem nach den Betreiberkosten und ihrer Beständigkeit über die Dauer des Produktlebenszyklus.

- Kostenschätzungen müssen für jedes Konzept erstellt werden und sowohl die Entwicklungs- als auch die Nutzungsphase berücksichtigen.

 

Über Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der AIRBUS Group, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2009 erreichte Airbus Defence and Space einen Umsatz von 4,8 Milliarden € und beschäftigte rund 15.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Airbus Defence and Space für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Airbus Defence and Space für Satelliten und Bodensegmente sowie Airbus Defence and Space für die Entwicklung und Lieferung von Sicherheits- und kommerzieller Satellitenkommunikation und Netzwerken, Equipment für Hochsicherheits-Satellitenkommunikation, Produkte und Dienstleistungen für Geo-Informationen sowie Dienstleistungen für Navigation.

 

AIRBUS Group ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2009 lag der Umsatz bei rund 42,8 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 119.000.

 

Medienkontakte: 

Ralph Heinrich (Airbus Defence and Space D)                                                        Tel.: +49 (0) 89 607 33971

Matthieu Duvelleroy (Airbus Defence and Space FR)                                              Tel.: +33 (0) 1 77 75 80 32

Daniel Mosely (Airbus Defence and Space GB)                                                      Tel.: +44 (0)1 438 77 8180

Francisco Lechón (Airbus Defence and Space SP)                                                 Tel.: +34 91 586 37 41

 

 

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