Airbus Defence and Space

Einzigartiges Radarinstrument für ersten Copernicus-Satelliten eröffnet eine neue Ära in der Erdbeobachtung

Das von Airbus Defence and Space gebaute C-Band-Radar soll die Erde rund um die Uhr unter allen Wetterbedingungen beobachten
Erster Copernicus-Satellit Sentinel-1A soll am 3. April 2014 starten

Die Vorbereitungen für den Start des Satelliten Sentinel-1A vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana sind in vollem Gange. Mit an Bord wird ein von Airbus Defence and Space gebautes Radarinstrument sein. Der Satellit, den Thales Alenia Space Italy als Hauptauftragnehmer führt, wird voraussichtlich am 3. April 2014 an Bord einer Sojus-Trägerrakete ins All gebracht. Dies läutet eine neue Ära der Erdbeobachtung ein.

Sentinel-1A trägt ein Radar mit synthetischer Apertur (SAR), das aufgrund seiner kontinuierlichen Betriebsfähigkeit riesige Datenmengen erfassen kann. Trotz komplexer Datenkomprimierungsmechanismen muss das Kommunikationssystem des Sentinel-1-Satelliten in den nächsten sieben Jahren täglich bis zu 8.000 Gbits an Bilddaten übermitteln.

Die SAR-Antenne besteht aus fünf Paneelen. Vier davon werden für den Satellitenstart an die Satellitenseiten angeklappt und erst im Orbit ausgefahren und entfaltet. Die Paneele sind mit 280 dual polarisierten kleinen Sendern ausgestattet, die insgesamt Funksignale von etwas mehr als 5 kW liefern. Diese von Thales Alenia Space gelieferten Sende-/Empfangselemente ermöglichen eine elektronische Strahlschwenkung. Durch Steuerung des Strahls über ein Beobachtungsgebiet in mehreren 80 Kilometer breiten, nebeneinander liegenden Streifen lassen sich die erfassten Bilddaten zu hochaufgelösten Bildern mit Streifenbreiten von bis zu 400 Kilometern zusammensetzen. Zusätzlich zur komplexen technischen Aufgabe, eine hochstabile Struktur für die 800 Kilogramm schwere Antenne zu fertigen, stellte die hohe Sendeleistung große Herausforderungen an die wärmetechnische Auslegung der Struktur.

Das SAR-Elektroniksubsystem der SAR-Antenne sorgt für die Antennensteuerung sowie für das komplexe Timing und die Kontrolle des Radars zur Erzeugung von hochstabilen Radarsignalen. Weitere Aufgaben des Systems sind Synchronisierung und Bildkontrolle. So muss das Radar bei einer Geschwindigkeit von sieben Kilometern pro Sekunde einen Bildpunkt in einem 400 Kilometer breiten Aufnahmegebiet aus einer Entfernung von fast 1.000 Kilometern mit einer Genauigkeit von 2,5 Metern erfassen können.

Für das Radarinstrument haben die Teams von Space Systems in Friedrichshafen die 12,3 Meter x 0,9 Meter große Antenne gefertigt und getestet. Das daran angeschlossene in Portsmouth (Großbritannien) gebaute Elektroniksubsystem sorgt für Signalverarbeitung, Timing und Systemkontrolle.

Mit Sentinel-1B soll ein Zwilling des SAR-Radarsatelliten Sentinel-1A voraussichtlich Ende nächsten Jahres gestartet werden. Zusammen bilden sie das Europäische Radarobservatorium – eine Satellitenkonstellationen im polaren Orbit, die rund um die Uhr und unter allen Wetterbedingungen Bilder (mit verbesserter Wiederholrate und somit verbesserten Reaktionszeiten) für Marine-, Landbeobachtungs- und Notfalldienste erzeugt.

Die beiden SAR-Instrumente, die die hohe Flexibilität und Leistungsfähigkeit dieser Satelliten gewährleisten, wurden von Airbus Defence and Space entwickelt, einem Unternehmen, das auf eine lange Tradition im Bau von Radarinstrumenten zur Erdbeobachtung für die ESA zurückblicken kann. Airbus Defence and Space war Hauptauftragnehmer der europäischen Satelliten ERS-1/ERS-2 (Start 1991 bzw. 1995) und Envisat (Start 2001) und war zudem für die Entwicklung und den Bau der Radarnutzlasten AMI (ERS), ASAR (Envisat) und ASCAT (MetOp) zuständig. Zudem war Airbus Defence and Space Hauptauftragnehmer für die deutschen Radarsatellitenprogramme TerraSAR-X und TanDEM-X.

 

Airbus Defence and Space im Copernicus-Programm
Airbus Defence and Space ist ein zentraler Partner des Copernicus-Programms seit dessen Beginn im Jahr 1998. Airbus Defence and Space betreibt und nutzt eine Reihe optischer und Radarsatelliten – Spot, Pleiades, TerraSAR-X und TanDEM-X – und ist einer der führenden Datenlieferanten für die Copernicus-Dienste. Das Unternehmen spielt eine wesentliche Rolle beim Bau der Sentinel-Satelliten, die die Daten der bestehenden Raumfahrtmissionen – den so genannten Copernicus Contributing Missions – ergänzen sollen. Airbus Defence and Space betreibt das europäische Datenrelais-System EDRS (European Data Relay System), das sichere und schnelle Kommunikationsdienste für die Satelliten Sentinel-1 und Sentinel-2 bietet. Sentinel-1A ist der erste einer Reihe von Sentinel-Satelliten für das Europäische Copernicus-Programm, einem Gemeinschaftsvorhaben der Europäischen Kommission, der europäischen Weltraumorganisation ESA und der europäischen Umweltagentur EEA. Copernicus schafft ein nachhaltiges europäisches Netzwerk zur Erfassung und Auswertung von Umweltdaten und für zivile Sicherheitsaufgaben und humanitäre Hilfe.

 

Über Airbus Defence and Space
Airbus Defence and Space ist eine Division des Airbus-Konzerns, die aus der Zusammenlegung der Geschäftsaktivitäten von Cassidian, Airbus Defence and Space und Airbus Military entstanden ist. Die neue Division ist das führende Verteidigungs- und Raumfahrtunternehmen Europas, das zweitgrößte Raumfahrtunternehmen der Welt und unter den zehn größten Verteidigungsunternehmen weltweit. Sie erzielt mit etwa 40.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 14 Mrd. €.

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