Airbus Defence and Space

ESA beauftragt Airbus Defence and Space als Hauptauftragnehmer für das Service-Modul der amerikanischen Raumkapsel Orion

Mit dem 390-Millionen-Euro-Vertrag liefert Europa erstmals systemkritische Elemente für ein amerikanisches Raumfahrt-Projekt Erstflug der Raumkapsel mit diesem europäischen Modul jenseits des Mondes für 2017/2018 geplant – erster Start mit Astronauten nicht vor 2020 vorgesehen

Airbus Defence and Space, das zweitgrößte Raumfahrtunternehmen der Welt, hat mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA den Industrievertrag für die Entwicklung und den Bau des Service-Moduls für die bemannte amerikanische Raumkapsel Orion unterzeichnet. Der Vertrag hat ein Volumen von rund 390 Millionen Euro. Das Service-Modul ist für den Antrieb, die Energieversorgung, die Thermalkontrolle und zentrale Elemente des Lebenserhaltungssystems der amerikanischen Kapsel verantwortlich.

Der Vertrag wurde heute im Beisein von Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium und Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, in Berlin unterzeichnet.

Es ist das erste Mal, dass Europa mit systemkritischen Elementen in ein amerikanisches Raumfahrt-Projekt integriert wird. Im Dezember 2012 hatten die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA und die ESA vereinbart, das neue US-Raumschiff Orion mit Hilfe des europäischen Service-Moduls fliegen zu lassen. Dieses Modul basiert auf dem Design und den Erfahrungen des Versorgungsfahrzeugs ATV (Automated Transfer Vehicle) für die Internationale Raumstation ISS, das Airbus Defence and Space im Auftrag der ESA entwickelt und gebaut hat.

„Dieser Folgeauftrag zeigt das Vertrauen in unser Know-how und unsere Kompetenz, zuverlässige, hochmoderne Produkte termin- und budgetgerecht zu liefern. Durch dieses Programm und durch unsere kontinuierlichen Investitionen sichern wir unseren technologischen Vorsprung“, sagte François Auque, Leiter von Space Systems. „Europa unterstreicht in diesem Programm nach dem herausragenden Erfolg der ISS-Versorgungstransporter ATV erneut seine wichtige Rolle im weltweiten Umfeld der bemannten Raumfahrt.“

Nach der Freigabe der Systementwürfe für das Service-Modul durch die ESA im Mai 2014, hat nun die detaillierte Definitionsphase begonnen, einhergehend mit dem Bau der ersten Hardware. Diese endet voraussichtlich im November 2015 mit der Freigabe des detaillierten Designs durch die ESA. Danach beginnt die Qualifizierungs- und Produktionsphase.

Die Raumkapsel Orion ist für bemannte Missionen zum Mond, zu Asteroiden und für Missionen in die Tiefen des Weltraums vorgesehen. Im Auftrag der NASA entwickelt und baut Lockheed Martin Space Systems die Raumkapsel für vier oder mehr Astronauten.

Die erste Orion-Mission mit europäischer Beteiligung, „Exploration Mission 1“, ist ein unbemannter Flug zu den Lagrange Punkten des Mondes und der Rückkehr zur Erde und für 2017/2018 geplant. Damit soll nicht nur die Leistungsfähigkeit des Raumschiffes vor seinem bemannten Einsatz nachgewiesen werden, sondern auch die Qualifikation der neuen NASA-Trägerrakete „Space Launch System“. Im Rahmen von „Exploration Mission 2“ soll Orion nicht vor 2020 mit Astronauten an Bord in den Weltraum starten.

 

Über Airbus Defence and Space
Airbus Defence and Space ist eine Division des Airbus-Konzerns, die aus der Zusammenlegung der Geschäftsaktivitäten von Cassidian, Astrium und Airbus Military entstanden ist. Die neue Division ist das führende Verteidigungs- und Raumfahrtunternehmen Europas, das zweitgrößte Raumfahrtunternehmen der Welt und unter den zehn größten Verteidigungsunternehmen weltweit. Sie erzielt mit etwa 40.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 14 Mrd. €.

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