Airbus Defence and Space

ESA vergibt zwei weitere Sentinel-2-Satelliten an Airbus Defence and Space

- Airbus Defence and Space Hauptauftragnehmer für 285 Mio. Euro Vertrag

- Zusätzliche Sentinel-2-Satelliten für Europas Erdbeobachtungsprogramm Copernicus

Airbus Defence and Space, das weltweit zweitgrößte Raumfahrtunternehmen, hat einen Vertrag im Wert von rund 285 Millionen Euro mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA unterzeichnet und wird zwei weitere „optische“ Satelliten für das europäische Copernicus-Programm liefern.

Als Teil des Systems von Sentinel-2-Erdbeobachtungssatelliten des europäischen Copernicus-Programms werden die zwei neuen Modelle, „Sentinel-2C“ und „Sentinel-2D“ genannt, die Beobachtung der Umwelt und der Landoberflächen ab 2021 gewährleisten und die Messreihen der ersten beiden Flugeinheiten fortführen. Airbus Defence and Space führt als Hauptauftragnehmer ein industrielles Konsortium von mehr als 50 Unternehmen aus 17 europäischen Ländern und den USA.

„Die erneute Beauftragung durch die ESA für den Copernicus-Satellitentyp mit dem wohl breitesten Anwendungsspektrum ist ein großer Vertrauensbeweis der Weltraumorganisation in unser Know-how“, sagt Francois Auque, Leiter von Space Systems. „Die Kontinuität qualitativ hochwertiger Daten über mehrere Jahrzehnte hinweg ist für die große Anwender- und Nutzergemeinschaft von essentieller Bedeutung. Die Lieferung von Sentinel-2C und -2D wird diese Kontinuität und die Basis für die Qualität ihrer Dienste sicherstellen.“

Die Sentinel-2-Satelliten liefern aus 786 Kilometern Höhe optische Bilder mit einer Auflösung von 10, 20 und 60 Metern bei einer Streifenbreite von 290 km. Diese Bilder werden in 13 Spektral-Kanälen vom sichtbaren bis zum kurzwelligen Infrarotbereich des elektromagnetischen Spektrums erzeugt.

Damit leistet Sentinel-2 im Rahmen von Copernicus einen bedeutenden Beitrag zur Deckung des Bedarfs an Erdbeobachtungsdaten in den Bereichen Landnutzung, Wasserqualität, Agrar- und Forstwirtschaft, Raumplanung, Naturkatastrophen (Überflutungen, Waldbrände, Erdrutsche, Erosionen) und humanitäre Hilfe. Umweltbeobachtungen in Küstenbereichen gehören ebenso zum Aufgabenspektrum wie Gletscher-, Eis- und Schnee-Überwachung.

Sentinel-2 ist auch in der Lage, ein anderes ESA-Programm, das europäische Datenrelaissatellitensystem (EDRS-SpaceDataHighway), zu nutzen. Im Rahmen von EDRS-SpaceDataHighway wird ein Netz aus geostationären Laserkommunikationsnutzlasten für die stete Übermittlung von Satellitendaten in der erdnahen Umlaufbahn und eine beispiellos schnelle und sichere Weitergabe der Sentinel-Erdbeobachtungsdaten über die Weltraum-Datenautobahn ermöglichen. Es wird eine zeitnahe Verfügbarkeit von Daten sicherstellen, insbesondere für zeitkritische Anwendung etwa im Bereich der Umweltbeobachtung, Katastrophen und Sicherheits-Missionen.

Der erste Satellit dieser Reihe, Sentinel-2A, wurde am 23. Juni 2015  mit einer Vega Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou (Franz. Guayana) gestartet und ist inzwischen in Betrieb genommen worden. Bisher sind mehr als 7000 Datenprodukte, das entspricht 35 TB, im Internet zum Download verfügbar, während mehr als 57.000 Datensätze (entspricht 276 TB) von Anwendergruppen abgerufen wurden. Seit Mitte Januar steigt die Nutzernachfrage stetig; bis zu einem täglichen Datenvolumen von 7 TB. Die Arbeiten an Sentinel-2B für einen Start zum Jahresende laufen auf Hochtouren.

Airbus Defence and Space in Friedrichshafen ist verantwortlich für die Systemauslegung des Satelliten, die Plattform sowie für Satellitenintegration und -test. Airbus Defence and Space in Toulouse (Frankreich) liefert das Multispektral-Instrument MSI. Zudem liefert Airbus Defence and Space die mechanische Satellitenstruktur, fertigt die thermale Ausrüstung sowie den Kabelbaum (Madrid/Spanien) sowie weitere Komponenten für Antrieb, Energiemanagement und schnellen Datenempfang.

Airbus Defence and Space ist seit Beginn des Programms in Jahr 1998 ein wichtiger Partner bei Copernicus. Das Unternehmen spielt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Sentinel-Satelliten, die das Weltraumsegment des Programms bilden. Die Copernicus-Daten werden durch die so genannten „Copernicus Contributing Missions“ komplettiert. Airbus Defence and Space betreibt eine Flotte von Optik- und Radarsatelliten – SPOT, Pléiades, TerraSAR-X und TanDEM-X – und ist über diese „Contributing Missions“ auch einer der führenden Datenlieferanten für Copernicus.



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