Airbus Defence and Space

Grünes Licht aus Baikonur: Giove-B ist startbereit

Baikonur, 24. April 2008. Das Europäische Satellitennavigationssystem Galileo wird Wirklichkeit: Der Navigationssatellit Giove-B hat die uneingeschränkte Abnahme für den Start erhalten. Die Sojus Trägerrakete mit dem Satelliten an Bord befindet sich bereits in ihrer endgültigen Startposition auf dem Weltraumbahnhof Baikonur.

Giove-B soll am 27. April 2008 um 00:16 Uhr (MEZ) starten und die für Galileo reservierte Umlaufbahn in über 23.000 km Höhe einnehmen. Der von Airbus Defence and Space entwickelte und gefertigte Satellit bringt erstmals die Schlüsseltechnologien von Galileo ins All und ist wegweisend für das Gesamtsystem.

  • Startfreigabe ist erteilt
  • Alle Systeme arbeiten einwandfrei
  • Kommunikation mit dem Kontrollzentrum in Fucino getestet
  • Galileo Technologie kommt ins All

Zuvor war Giove-B im Weltraumforschungs- und Technologiezentrum ESTEC der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA im niederländischen Noordwijk abschließend getestet worden. Airbus Defence and Space als Hauptauftragnehmer trug die Verantwortung für seinen Bau und stellte den Navigationssatelliten gemäß der Kundenplanung termingerecht bereit.

Dr. Oliver Juckenhöfel, Leiter Zukunftsprojekte Navigation der Airbus Defence and Space GmbH, skizziert die Stationen des Satelliten:

„Giove-B hat seinen Transport nach Baikonur gut überstanden. Dass nun auch alle Systeme genau wie erwartet arbeiten, stimmt uns sehr zuversichtlich. Die erfolgreich hergestellte Kommunikation mit dem Missions-Kontrollzentrum bei Rom war ein weiterer Meilenstein.

Unser Team prüft jeden einzelnen Schritt vor, während und nach dem Start, um Giove-B auf eine sichere Reise in seine Umlaufbahn zu schicken. Dort wird der weltweit wohl fortschrittlichste Navigationssatellit zeigen, welche Spitzenleistungen europäische Technologie im Weltraum erbringt“, so der Verantwortliche Juckenhöfel.

Albrecht Woelker, Giove-B Projektleiter der Airbus Defence and Space GmbH, zu den letzten Startvorbereitungen:

„Giove-B hat seine umfassenden Testreihen erfolgreich durchlaufen und ist nach der Montage auf die Fregat Oberstufe der Sojus Rakete nun genau nach Zeitplan startbereit. Unsere Airbus Defence and Space Teams im Kosmodrom von Baikonur und im Bodenkontrollzentrum in Fucino bei Rom überwachen in enger Abstimmung mit der ESA und den Verantwortlichen für die Rakete die letzten Startvorbereitungen und fahren die „Generalprobe“ für den Countdown. Die Inbetriebnahme von Giove-B wird das Galileo Programm einen entscheidenden Schritt voranbringen.“

Airbus Defence and Space ist als Hauptauftragnehmer von Giove-B verantwortlich für Entwicklung, Bau und Lieferung des Satelliten, seiner Nutzlast und des Boden-Kontrollsegmentes. Der deutsche Airbus Defence and Space Standort Ottobrunn stellt mit dem Avionik Subsystem mit zentralem Bordrechner, sowie dem Einbau der Photovoltaik für den Solargenerator einen weiten Querschnitt aus seiner Produktpalette zur Verfügung. Airbus Defence and Space in Großbritannien entwickelte und baute die Nutzlast, integrierte darin auch die neuartige Passive Wasserstoff-Maser Atomuhr (Space Passive Hydrogen Maser, kurz S-PHM) und testete diese. Zugleich war der Standort in Portsmouth verantwortlich für die Entwicklung, Einrichtung und die Erprobung sowohl des Bodenkontrollsystems im italienischen Fucino als auch der Station zum sogenannten „In Orbit Test“ (IOT) im belgischen Redu einschließlich der Antenne. Vom Airbus Defence and Space in Madrid stammen die Struktur und das Thermal-Subsystem für die Nutzlast ebenso wie die L-Band Navigationsantenne, der Nutzlast-Adapter und das Separationssystem. Der französische Airbus Defence and Space Standort Les Mureaux stellte die Panele für den Solargenerator bereit. Die Spezialisten von Airbus Defence and Space in Lampoldshausen fertigten das Antriebs-Subsystem und führten die Betankung des Satelliten mit dem Treibstoff Hydrazin in Baikonur durch.

Mit Giove-B realisierte Airbus Defence and Space den ersten repräsentativen Galileo-Satelliten. Mit ihm hat die Passive Wasserstoff-Maser Technologie in der Atomuhr ihre Weltpremiere unter Realbedingungen im All. Sie ist weitaus präziser und robuster als die bei den bisherigen Navigationssystemen verwendete Rubidium Technologie und wird deswegen bei Galileo zusätzlich zum Standard gehören. Der Signalgenerator von Giove-B, das Herzstück der Navigationsnutzlast, wird die erst seit kurzem verbindlich für das Gesamtsystem festgesetzten Signale aussenden. Giove-B dient als Referenz und ist das Bindeglied zur „In-Orbit Validation“ (IOV Phase), bei der Airbus Defence and Space als Hauptauftragnehmer bereits vier weitere Satelliten baut. Die IOV Phase ist ein entscheidender Meilenstein zum Aufbau des Systems, das insgesamt 30 Navigationssatelliten umfassen und bis 2013 voll einsatzbereit sein soll.

Airbus Defence and Space bietet alle Technologien und Dienstleistungen zum Aufbau des Europäischen Satellitennavigationssystems. Das Unternehmen hat eine tragfähige ganzheitliche Systemarchitektur maßgeblich mit entwickelt, das Raumsegment wie die Einrichtungen zur Bodenkontrolle konzipiert und wird das Entwicklungsprogramm zum erfolgreichen Abschluss bringen. Aufgrund der umfassenden Expertise hat sich Airbus Defence and Space bei allen relevanten Systemstudien durchgesetzt.

Airbus Defence and Space, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der AIRBUS Group, ist spezialisiert auf zivile und militärische Raumfahrtsysteme. Im Jahr 2007 erreichte Airbus Defence and Space einen Umsatz von 3,5 Milliarden € und beschäftigte rund 12.000 Mitarbeiter in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Das Kerngeschäft gliedert sich in drei Bereiche: Airbus Defence and Space für Trägerraketen und Weltraum-Infrastrukturen, Airbus Defence and Space für Satelliten und Bodensegmente sowie die 100-prozentige Tochter**Airbus Defence and Space** für die Entwicklung und Lieferung satellitenbasierter Dienstleistungen.

AIRBUS Group ist ein global führender Anbieter in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. Im Jahr 2007 lag der Umsatz bei rund 39,1 Milliarden €, die Zahl der Mitarbeiter bei mehr als 116.000.

 

Das Europäische Satellitennavigationssystem Galileo


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