Airbus Defence and Space

Erforschung des Universums Pressemitteilungen

LISA Pathfinder bereit zum Start von Kourou

- Letzte Vorbereitungen vor Beginn der achtwöchigen Reise zum ersten Lagrange-Punkt im Sonne-Erde-System
- 100 Jahre nach Einführung von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie erprobt LISA Pathfinder Technologien, die zum besseren Verständnis von Gravitationswellen beitragen sollen.

Ingenieure von Airbus Defence and Space, des zweitgrößten Raumfahrtunternehmens der Welt, bereiten LISA Pathfinder derzeit zum Start vor. Der Technologiedemonstrator der Europäischen Weltraumorganisation ESA zum Nachweis von Gravitationswellen soll am 2. Dezember 2015 vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ins All starten.

„LISA Pathfinder ebnet den Weg für ein künftiges großes Weltraumobservatorium, das Gravitationswellen direkt beobachten und präzise messen wird“, sagte François Auque, Leiter von Space Systems. „Diese winzigen Verzerrungen der Raumzeit erfordern eine sehr empfindliche und hochpräzise Messtechnologie, deren Leistung nur im Weltraum frei von äußeren Störungen getestet werden kann.“

Das 1,9 Tonnen schwere Raumfahrzeug, für das Airbus Defence und Space Hauptauftragnehmer ist, wird an Bord einer europäischen Vega-Rakete starten. Die ESA hat ihre dritte große Wissenschaftsmission (L3) unter das Thema „Das gravitative Universum“ gestellt. Ein Programm wie LISA ist hierfür ein führender Kandidat. Gravitationswellen ermöglichen Astronomen, unser Universum auf völlig neue Art und Weise zu untersuchen. Zudem können mit künftigen Teleskopsystemen exotische Quellen wie kollidierende super-massereiche schwarze Löcher besser als je zuvor beobachtet werden.

Nach dem Start wird der Orbit von LISA Pathfinder über einen Zeitraum von zwei Wochen angehoben. Dies erfolgt über sechs separate Triebwerkszündungen mit Hilfe eines ebenfalls von Airbus Defence and Space gebauten speziellen Antriebsmoduls. Nach der letzten Zündung („escape burn“) und Bestätigung der Intaktheit des Raumfahrtmoduls – etwa 51 Tage nach dem Start – wird das Antriebsmodul abgeworfen.

Anschließend setzt das Raumfahrtzeug seine Reise zum 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Lagrange-Punkt (L1) fort. LISA Pathfinder wird den L1-Punkt auf seiner Betriebsumlaufbahn, einem Lissajous-Orbit von 500.000 x 800.000 Kilometern, umkreisen. Während der Driftphase werden die Plattform und die beiden Mikro-Newton-antriebssysteme (Kaltgastriebwerk und NASA-Kolloidtriebwerk) des Satelliten erprobt und verifiziert.

24 Tage nach der Abtrennung beginnt die Mission mit einer dreiwöchigen Inbetriebnahmephase der wissenschaftlichen Nutzlast. Dazu gehören Tests wie das Entriegeln und Einfangen der Testmassen sowie die Überprüfung des Lageregelungssystems (Drag-Free Attitude and Control System – DFACS). Danach folgt die sechsmonatige Hauptmission.

Der Demonstrator beherbergt das rund 150 Kilogramm schwere LISA-Technologiepaket (LTP). Es besteht aus einem Laser-Interferometer, das die Abstandsänderungen zwischen zwei hochpräzisen, jeweils 1,96 Kilogramm schweren Testmassen aus einer Gold-Platin-Legierung misst.

Sobald der Satellit seine Umlaufbahn um den L1-Punkt herum erreicht hat, werden die beiden Testmassen über einen empfindlichen Mechanismus entriegelt und mittels eines sehr genau steuerbaren, schwachen elektrostatischen Feldes in der Schwebe gehalten. Wird das elektrostatische Feld um die Testmassen abgeschaltet, können sich die beiden Gold-Platin-Würfel ohne Einfluss des sie umgebenden Raumfahrzeugs frei bewegen.

Das Laser-Interferometer ermittelt die relative Position und Ausrichtung der rund 40 Zentimeter voneinander entfernten Massen mit einer Genauigkeit von weniger als 0,01 Nanometern, also weniger als einem Millionstel des Durchmessers eines menschlichen Haares.

Zu den LISA-Pathfinder-Technologien zählen auch zwei verschiedene Mikrotriebwerke, die so klein sind, dass eines gerade einmal eine Schneeflocke daran hindern könnte, auf den Boden zu fallen. Diese beiden Triebwerke sollen sicherstellen, dass das Raumfahrzeug externen Kräften wie dem Druck der Sonneneinstrahlung standhalten und die Testmassen wirksam gegen sämtliche Einflüsse von außen schützen kann.

Während der Mission werden diese beiden Mikroantriebe – einer aus Europa, der andere von der NASA – erprobt.

Die ESA hatte Airbus Defence and Space in Großbritannien mit dem Bau des Raumfahrzeugs beauftragt und dem Unternehmen die Verantwortung für die Lieferung des integrierten Satelliten übertragen. Airbus Defence and Space in Deutschland hat im Auftrag der ESA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Systemführerschaft für das LTP übernommen. Das Technologiepaket wurde unter Mitwirkung europäischer Forschungseinrichtungen entwickelt.

 

Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space ist eine Division des Airbus-Konzerns, die aus der Zusammenlegung der Geschäftsaktivitäten von Cassidian, Astrium und Airbus Military entstanden ist. Die neue Division ist das führende Verteidigungs- und Raumfahrtunternehmen Europas, das zweitgrößte Raumfahrtunternehmen der Welt und unter den zehn größten Verteidigungsunternehmen weltweit. Sie erzielt mit mehr als 38.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 13 Mrd. €.

Pressekontakte:

Mathias Pikelj             + 49 7545 8 9123                   mathias.pikelj@airbus.com

Astrid Emerit              + 33 1 39 06 89 43                 astrid.emerit@airbus.com

 

www.airbusdefenceandspace.com

LISA PathfinderLaunchKourouLagrange PointESAAirbus Defence and Space