Airbus Defence and Space

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Secoia

Vernichtung chemischer Kampfmittel

Im Mai 2011 erteilte das französische Verteidigungsministerium DGA Airbus Defence and Space den Zuschlag als Hauptauftragnehmer für das Secoia-Projekt (Site d'Elimination de Chargement d'Objets Identifiés Anciens). Der Auftrag umfasst den Entwurf, Bau und Betrieb einer Spezialfabrik für die Vernichtung von chemischen Waffen aus dem Ersten Weltkrieg.

Mit diesem Programm kommt Frankreich seiner im Rahmen der am 29. April 1997 in Kraft getretenen internationalen Chemiewaffenkonvention (CWK) eingegangenen Verpflichtung zur Vernichtung vorhandener Munitionsbestände nach. Die CWK verbietet gesetzlich die Entwicklung, Herstellung, Lagerhaltung und den Gebrauch von chemischen Waffen und gibt den Rahmen vor für deren Beseitigung.

Frankreichs Bestand an chemischen Waffen, der aus der Zeit des Ersten Weltkriegs stammt, wird auf 250 Tonnen geschätzt. Hinzugerechnet werden müssen 10-20 Tonnen, die jedes Jahr bei Grabungen freigelegt werden.

Secoia will ab dem Jahr 2016 jährlich 42 Tonnen chemische Waffen in einer vollautomatischen Anlage am Militärstützpunkt Mailly in der Region Champagne im Norden Frankreichs unter Einhaltung strengster Sicherheitsvorkehrungen für Mensch, Umwelt und Sachanlagen vernichten.

Das von Airbus Defence and Space vorgelegte Konzept sieht eine mit modernster Technologie ausgestattete Anlage – die einzige dieser Art weltweit - mit komplett ferngesteuerten Handlingprozessen vor. Sämtliche Prozessschritte – von der Entladung der Munition bis zu ihrer Vernichtung und der konsequenten Beseitigung der Abfallprodukte – sind pyrotechnisch und -chemisch abgesichert.

Als Hauptauftragnehmer stützt sich Airbus Defence and Space hierbei auf bewährte, von renommierten Industrieunternehmen eingesetzte Technologien und baut unter anderem auf die Zusammenarbeit mit KOBE STEEL, einem Spezialisten im Bereich Vernichtung von chemischer Kampfmunition durch Sprengung. Der zweite wichtige Industriepartner von Airbus Defence and Space ist das auf die Verarbeitung chemischer Industrieabfälle streng nach den geltenden Umweltbestimmungen spezialisierte Unternehmen Tredi, eine Tochtergesellschaft des französischen Konzerns Séché Environnement.

Bei dem für die Anlage geplanten Waffenvernichtungsprozess werden alle Abfallprodukte streng nach den geltenden Umweltbestimmungen verarbeitet und der Standort wird in das Natura 2000-Naturschutznetzwerk der Europäischen Union aufgenommen. Eine neuartige Methode zur Behandlung von Gasen, die im Rahmen des Waffenvernichtungsprozesses entstehen können, gewährleistet, dass keine Gase in die Atmosphäre gelangen.

Der über eine Laufzeit von mehr als zwanzig Jahren ausgelegte Secoia-Auftrag besteht im Wesentlichen aus einer etwa vierjährigen Planungs-, Bau- und Ausstattungsphase zur Bereitstellung der Anlage sowie einer mindestens 15 Jahre dauernden Betriebsphase, die 2016 beginnen soll.

Als Hauptauftragnehmer gewährleistet Airbus Defence and Space über die komplette Laufzeit des Programms ein Rund-um-Servicepaket vom Bau bis zum Betrieb der Anlage.

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